Winterkonzert - Prinzregentenensemble
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Winterkonzert - Prinzregentenensemble

Jetzt Tickets sichern und das Winterkonzert des Prinzregentenensembles 2020 live erleben!

Programm

Prinzregenten Ensemble München
Leitung: Armando Merino

Kurt Weill (1900-1950)
Konzert für Violine und Blasorchester op. 12
Solistin: Susanne Gargerle

Johannes Brahms (1833-1897)
Serenade Nr. 2, A-Dur op. 16 
(Bearbeitung Mark Popkin)

Beschreibung

Kurt Weill ist als Komponist der Dreigroschenoper und Mackie Messer wohl am meisten bekannt, jedoch hinterließ der Schüler von Feruccio Busoni auch eine große Anzahl anspruchsvoller moderner Werke. Das am meisten gespielte Instrumentalwerk ist das Violinkonzert aus dem Jahre 1924 (Uraufführung 1925). Die Besetzung mit Blasorchester und markanten Schlaginstrumenten lässt die brillanten, beißenden Klänge von Weills Theatermusik bereits erkennen. Das Konzert zeugt von Weills einzigartiger persönlicher Sprache, den Einfluss der Musik seiner Zeit, besonders der Musik Strawinskys, und lässt sogar die Broadway Scores, die er später schreiben sollte, erahnen. 

Die Solovioline ist im ersten Satz ständig präsent, jedoch ist die anspruchsvolle Stimme wunderbar in das kammermusikalische Ganze integriert. Der zweite Satz ist als „Nachtstück“ angelegt, was sich in der serenadenartigen Instrumentierung und den Satzbezeichnungen „Notturno" und „Serenata" zeigt. Trompeten und Xylophon Passagen werden von einer Kadenz der Geige abgelöst. Solostellen für die Bläser runden den Satz ab. Als Kontrast zum ruhigeren Kopfsatz gab Weill dem dritten Satz den Charakter einer wirbelnden Tarantella.

Der 25-jährige Johannes Brahms schrieb seine zweite Orchester Serenade Op. 16 in den Jahren 1858/59 als Hommage an die Harmoniemusik der Wiener Klassik. Mozart und Haydn verwendeten für ihre Serenaden jene Bläserpaare die auch Brahms heranzog. Im Originalwerk kombinierte Brahms diese mit den tiefen Streichern Bratsche, Cello und Kontrabass. Dem Bearbeiter Mark Popkin diente diese Bläserdominanz als ideale Vorlage für eine Harmoniemusik.

Den ersten Satz überlässt Brahms ganz dem Reiz des Bläserklangs mit seinem ruhigen Aufwärtszug im Hauptthema - an Schubert Sinfonien erinnernd. Dem besonnenen Ausklang des Satzes folgt ein ungestümes Scherzo, das sich immer wieder gegen den vorgegebenen Dreivierteltakt auflehnt. Clara Schumann schwärmte vom Adagio, dem dritten Satz: „Das ganze Stück hat etwas Kirchliches, es könnte ein Eleison sein“. Das darauffolgende Menuett mit Trio lehnt sich wieder Mozart und Haydn an. Das Finale versprüht als Rondo ungemein viel Freude und vitale Kraft. 

Susanne Gargerle

Susanne Gargerle, geboren in Hamburg, erhielt neben ihrer musikalischen Ausbildung eine klassische Ballett-Ausbildung an der Ballett-Akademie München. Im Anschluss an das Abitur folgte ihr erstes Engagement im Orchestra dell´Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, ein Studium bei Arrigo Pelliccia und ein Studium bei Prof. Franz Samohyl an der Hochschule für Darstellende Kunst und Musik in Wien.

Sie war Stipendiatin der Oskar und Vera Ritter-Stiftung und der Musikhochschule Wien.
Sie erhielt ein Diplom mit Auszeichnung am Conservatorio Statale di Musica „Gioachino Rossini“ in Pesaro und ist Preisträgerin einiger internationaler Wettbewerbe. Susanne Gargale war Mitglied der I Solisti Veneti unter der Leitung von Claudio Scimone und Dozentin im Hauptfach Violine am Conservatorio Statale di Musica „Gioachino Rossini“ in Pesaro.

Seit 1993 ist sie erste Geigerin im Bayerischen Staatsorchester. 1997 wurde sie mit dem Festspielpreis der Bayerischen Staatsoper ausgezeichnet. Als Gründerin des Shalom-Ensembles, das sich zur Aufgabe machte, Leben und Werk von im Holocaust verfolgten Komponisten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, nach unentdeckten und verloren gegangenen Werken zu forschen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, pflegte sie ein enge Zusammenarbeit mit Zeitzeugen, um Konzerte mit eingeflochtenen Zeitzeugen-Gesprächen und Lesungen, auch in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, zu geben. Zusammen mit der Schauspielerin Iris Berben ging das Shalom-Ensemble mit dem Thema „Verbrannte Bücher, verfemte Musik“ auf Tournée.

In enger Zusammenarbeit mit dem Kinderchor der Bayerischen Staatsoper unter der Leitung von Stellario Fagone wurden in diesem Zusammenhang mehrfach die Kinderoper Brundibár von Hans Krása aufgeführt und es entstanden zahlreiche gemeinsame Konzerte.

Ihre Leidenschaft für Tanz und Literatur realisierte Susanne Gargerle mit dem Tanztheater „der Kleine Prinz“ in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Maged Mohamed, mit dem Choreographen Patrick Teschner und El cafè Orfeo sowie mit zahlreichen Literaturkonzerten unter anderem mit dem Schauspieler Stefan Hunstein, mit dem sie eine langjährige künstlerische Freundschaft verbindet.

Armando Merino
Armando Merino wurde 1984 in Madrid geboren. Seit seinem Dirigierstudium bei Prof. Jordi Mora und Prof. Arturo Tamayo verfolgt der Spanier Armando Merino konsequent und mit stetig wachsendem Erfolg seinen Weg als gefragter Dirigent mit Fokus auf der Interpretation zeitgenössischer Musik und einem breiten Repertoire in Sinfonik wie Musiktheater. Wegweisende Impulse erhielt er als Mitglied der Internationalen Ensemble Modern Akademie sowie in Meisterkursen bei Pierre Boulez, Peter Rundel, Tutus Engel, Michael Luig und Kasper de Roo, wo er u. a. mit Ensembles wie Remix Ensemble, Zafraan Ensemble, Divertimento Ensemble und Ensemble Linea zusammenarbeitete. Als Gastdirigent folgte Merino in den vergangenen Jahren Einladungen des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (Ultraschall Festival) sowie des Konzerthausorchesters Berlin (Märzmusik), dirigierte Klangkörper wie das Tiroler Neue Musik-Ensemble Windkraft, das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters, das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode, das Akademische Sinfonie Orchester München, die Filarmonica Mihail Jora oder die Kammerphilharmonie Budweis. 2014 leitete Armando Merino in Madrid die spanische Premiere von Salvatore Sciarrino „La bocca, i piedi, il suono“. 2014 gründete Merino in seiner Wahlheimat München das Ensemble Blauer Reiter, mit welchem er eine eigene Konzertreihe unter dem Titel „code modern“ ins Leben rief. Regelmäßige Konzerte in München und Umgebung, Kooperationen mit Kulturinstitutionen wie der Schwere Reiter Musik, ein Konzertmitschnitt des Bayerischen Rundfunks sowie die nachhaltige Unterstützung durch private und öffentliche Förderer unterstreichen dessen Bedeutung für den Neue-Musik-Standort Bayern. Sein Debut als Operndirigent gab Merino im Jahr 2015 mit einer Neuproduktion der „Lucia di Lammermoor“ mit dem Lyrischen Opern Ensemble und dem Hoftheater Bergkirchen. 2017 wurde er von den beiden Ensembles mit der musikalischen Leitung von Carl Zellers „Der Vogelhändler“ betraut. Im selben Jahr leitete Armando Merino zudem eine Neuproduktion der „Fledermaus“ im Hofspielhaus München.


Prinzregenten Ensemble München
Kammermusikalisch im Zusammenspiel, symphonisch im Klang. Dieses Motto hat sich das Prinz¬regenten Ensem¬ble München auf die Fahnen geschrie¬ben. Seit mehr als 20 Jahren spielt das Ensemble als Doppel-Holzbläserquintett zusammen, mit je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten und Hörnern mit Kontrabass. Regelmäßig führt das Ensemble Werke für große Holzbläserbesetzung auf. Seit dem Jahr 2010 ist Armando Merino Dirigent der Formation. In der Regel seht Literatur der Wiener Klassik, der Romantik und der Moderne auf den Pulten der engagierten Künstler.
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